Eigentlich haben wir es schon immer gewusst oder zumindest gewünscht, was mittlerweile wissenschaftlich als bestätigt gilt: Schokolade macht glücklich! Und nicht nur das. Seriöse Forschungen haben belegt, dass sich der bewusste Konsum von Schokolade gesundheitsfördernd auf den Organismus auswirken kann. Vorbei also die Zeiten, in denen Schokolade als genereller Dickmacher galt, für Hautunreinheiten aller Art verantwortlich gemacht wurde und Karius und Baktus in die Hände spielte.
Schokolade mit einem hohen Anteil an Kakao enthält neben gesunden Nährstoffen wie Magnesium, Calcium, Zink und Vitamin E auch Gerbstoffe, so genannte Polyphenole. Diese sorgen nicht nur für den leicht bitteren Geschmack, sondern halten ebenfalls jene aggressiven Radikale auf, die unter Verdacht stehen, im Körper Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Arteriosklerose auslösen zu können. Polyphenole kommen in vergleichbarer Menge auch in Rotwein und grünem Tee vor - beiden sagt man ebenfalls eine gesundheitsfördernde Wirkung nach.
Zudem findet sich in der Kakaobohne Phenylethylamin, ein Stoff, der für das Glücksempfinden des Menschen zuständig ist. Phenylethylamin ist ähnlich strukturiert wie Adrenalin und Dopamin, beides vom Körper produzierte "Aufputschmittel". Sie erhöhen die Pulsfrequenz wie den Blutzuckerspiegel und steigern den Blutdruck. Dem stellt sich der Botenstoff Serotonin zur Seite, der für Zufriedenheit und Wohlbefinden verantwortlich ist. Beim Genuss von Schokolade steigt der Serotoninspiegel langsam im Gehirn an, der in der Schokolade befindliche Zucker bewirkt die Abgabe von Insulin, welches wiederum den Einzug von Tryptophan, der Ausgangssubstanz von Serotonin, in das Gehirn fördert. Quasi ein Glück bringender Kreislauf.
Letzten Untersuchungen in England zufolge leistet Theobromin als Hauptbestandteil des Kakaos auch seinen Dienst im Kampf gegen Erkältungen. Britische Forscher haben im Theobromin einen extrem effektiven Wirkstoff gegen Husten gefunden. Der Stoff ist um mehr als ein Drittel wirksamer als das Hustenmittel Kodein. Außerdem weist Theobromin wesentlich weniger Nebenwirkungen auf als Kodein. Die Untersuchung, die zunächst nur an 20 Personen durchgeführt wurde, ergab allerdings ein deutliches Signal zugunsten von Theobromin. Besonders auffällig war der Vorteil bei der Untersuchung der Auswirkungen auf Herz- und Kreislauf, aber auch auf das Zentralnervensystem. Kodein darf etwa bei Inbetriebnahme von Fahrzeugen oder Maschinen nicht eingenommen werden, da es die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt. Theobromin, ebenso ein Alkaloid, ist ein naher Verwandter des Koffeins. Es regt zwar auch das zentrale Nervensystem an, wirkt jedoch wesentlich schwächer als die meisten anderen Alkaloide. Seine anregende Wirkung auf den menschlichen Organismus ähnelt der des Koffeins, ist aber deutlich schwächer. Es wirkt mild und dauerhaft anregend, aber auch stimmungsaufhellend und kommt in Kakao und Schokolade in so ungefährlichen Mengen vor, dass man es nicht überdosieren kann. Viel Kraft in so einer kleinen Bohne.
Quelle: The FASEB Journal Express Article, published online November 17, 2004.



